Warum ein VC jetzt ins Dienstleistungs-geschäft drängt.
In unserem neuesten Interview spricht Gateway-Geschäftsführer Julius Schweizer darüber, warum man manchmal erst tief im Venture-Capital-Maschinenraum arbeiten muss, um zu merken, dass echter Impact nicht an Gesellschafterverhältnisse gebunden ist. Er erklärt, warum Gateway kein klassisches Beratungs-Spin-off ist, weshalb Buzzwords bei ihnen schneller aussortiert werden als schlechte Pitchdecks - und wie aus jahrelanger VC-Praxis eine Service Unit entstanden ist, die wie ein Unternehmer denkt, aber wie ein Execution-Team arbeitet.
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Julius, Gateway ist aus dem operativen Kern von PAPA OSCAR Ventures entstanden. Welche strategischen Überlegungen standen hinter der Entscheidung, das Dienstleistungsangebot jetzt gezielt zu erweitern?
In den vergangenen drei Jahren haben wir eine bewusst selektivere Investitionsstrategie verfolgt und uns noch intensiver auf die Skalierung unseres Bestandsportfolios konzentriert, da wir hier - bestätigt durch die hervorragenden Wachstumsraten - das größte Potenzial für eine nachhaltige Wertsteigerung gesehen haben.
Dementsprechend sahen wir im Zuge des Wachstums die Chance, die Inhouse-Strukturen unserer Portfoliounternehmen gezielt zu stärken, während wir parallel unsere zentrale Expertise ausgebaut haben, um diese nun in einer eigenständigen Unit für den freien Markt zu bündeln.
Wir sehen darin eine dreifache Chance: Erstens diversifizieren wir unsere Erlösstruktur durch ein attraktives Cashflow-Modell, das unsere Position als unternehmerischer Partner nachhaltig festigt. Zweitens stärken wir durch die Skalierung unseres Experten-Teams und den Ausbau unseres Netzwerks die eigene operative Schlagkraft, was unmittelbar auch unserem Bestandsportfolio zugutekommt. Und drittens ermöglicht es uns, spannende Projekte außerhalb unseres Investmentfokus zu begleiten und Gateway dadurch schneller im Markt zu skalieren.
Dementsprechend sahen wir im Zuge des Wachstums die Chance, die Inhouse-Strukturen unserer Portfoliounternehmen gezielt zu stärken, während wir parallel unsere zentrale Expertise ausgebaut haben, um diese nun in einer eigenständigen Unit für den freien Markt zu bündeln.
Wir sehen darin eine dreifache Chance: Erstens diversifizieren wir unsere Erlösstruktur durch ein attraktives Cashflow-Modell, das unsere Position als unternehmerischer Partner nachhaltig festigt. Zweitens stärken wir durch die Skalierung unseres Experten-Teams und den Ausbau unseres Netzwerks die eigene operative Schlagkraft, was unmittelbar auch unserem Bestandsportfolio zugutekommt. Und drittens ermöglicht es uns, spannende Projekte außerhalb unseres Investmentfokus zu begleiten und Gateway dadurch schneller im Markt zu skalieren.
Welche Unternehmen stehen bei euch im Fokus?
Wir verfügen natürlich über einen erstklassigen Track Record im Startup-Segment und bleiben auch mit Gateway für ambitionierte Gründerteams ein offener Ansprechpartner. Unser strategischer Fokus liegt jedoch klar darauf, unsere ‚Fast-Paced’-Mentalität und unsere digital geprägte Expertise nun gezielt auf größere mittelständische Unternehmen sowie bereits stark etablierte Marken zu übertragen.
In unserer knapp einjährigen Testphase konnten wir bereits erfolgreich unter Beweis stellen, dass die operative Expertise aus dem VC-Kontext auch ohne Gesellschafterrolle bei größeren Unternehmen signifikanten Mehrwert schafft.
In unserer knapp einjährigen Testphase konnten wir bereits erfolgreich unter Beweis stellen, dass die operative Expertise aus dem VC-Kontext auch ohne Gesellschafterrolle bei größeren Unternehmen signifikanten Mehrwert schafft.
Gateway arbeitet ohne gesellschaftsrechtliche Beteiligung, aber mit voller operativer Verantwortung. Wie verändert dieser Ansatz die Zusammenarbeit mit Unternehmen - sowohl auf strategischer als auch auf menschlicher Ebene?
Gar nichts - und genau das ist auch unsere Prämisse. Wir verstehen uns nach wie vor als unternehmerischer Partner und nicht als beliebige Beratung oder Agentur. Das bedeutet weiterhin: Wir arbeiten ohne Buzzword-Gewitter, liefern ehrlichen Mehrwert und nehmen bei Notwendigkeit auch die Rolle des ‚Devil’s Advocate’ ein, um echte Veränderungen herbeizuführen.
Auch für unser bestehendes Investment-Portfolio bleibt alles beim Alten: Gleiches Team, gleiche Ansprechpartner und gleicher Fokus - mit der Ausnahme, dass unsere Portfoliounternehmen künftig von einem noch größeren Team mit weiteren Kompetenzen profitieren.
Die einzige wirkliche Veränderung liegt in unserer Marktpräsenz: Wir haben in unserem Akquiseprozess eine deutlich größere Auswahl an Projekten und können wesentlich schnellere Entscheidungen treffen. Dementsprechend gehen wir gleichzeitig mit Gateway erstmals offensiv in die Sichtbarkeit und Eigenvermarktung.
Auch für unser bestehendes Investment-Portfolio bleibt alles beim Alten: Gleiches Team, gleiche Ansprechpartner und gleicher Fokus - mit der Ausnahme, dass unsere Portfoliounternehmen künftig von einem noch größeren Team mit weiteren Kompetenzen profitieren.
Die einzige wirkliche Veränderung liegt in unserer Marktpräsenz: Wir haben in unserem Akquiseprozess eine deutlich größere Auswahl an Projekten und können wesentlich schnellere Entscheidungen treffen. Dementsprechend gehen wir gleichzeitig mit Gateway erstmals offensiv in die Sichtbarkeit und Eigenvermarktung.

In wie fern unterscheidet ihr euch von klassischen Beratungen oder Agenturen?
Was uns abhebt, ist unsere Heritage: Wir kommen nicht aus der klassischen Dienstleistungsbranche, sondern aus dem Unternehmertum. Durch über neun Jahre Venture-Capital-Erfahrung und die strategische Perspektive eines Gesellschafters wissen wir, welche Hebel in welcher Phase wirklich entscheidend sind - wo Fokus nötig ist, wo operative Tiefe zählt und welche Maßnahmen tatsächlich Wachstum erzeugen, statt nur gut auszusehen.
Bitte nicht falsch verstehen - das soll definitiv kein Branchen-Bashing sein. Ich habe meine Karriere selbst in einer großen, namhaften Agentur gestartet und weiß die dortige Schule bis heute sehr zu schätzen. Doch die Erfahrung aus über 150 Pitch-Meetings und unzähligen Gesprächen mit Unternehmerinnen und Unternehmern zeigt, dass die generelle Qualität in den letzten Jahren aufgrund von niedrigschwelligeren Einstiegsbarrieren und hohem Umsatzdruck, zum Teil massiv gesunken ist - von Performance-Marketing-Agentur bis zur Strategieberatung.
Unser Anspruch ist es, jederzeit herausragende Qualität zu liefern. Entsprechend wählen wir unsere Mandate sehr bewusst und mit klaren Qualitätsmaßstäben aus.
Bitte nicht falsch verstehen - das soll definitiv kein Branchen-Bashing sein. Ich habe meine Karriere selbst in einer großen, namhaften Agentur gestartet und weiß die dortige Schule bis heute sehr zu schätzen. Doch die Erfahrung aus über 150 Pitch-Meetings und unzähligen Gesprächen mit Unternehmerinnen und Unternehmern zeigt, dass die generelle Qualität in den letzten Jahren aufgrund von niedrigschwelligeren Einstiegsbarrieren und hohem Umsatzdruck, zum Teil massiv gesunken ist - von Performance-Marketing-Agentur bis zur Strategieberatung.
Unser Anspruch ist es, jederzeit herausragende Qualität zu liefern. Entsprechend wählen wir unsere Mandate sehr bewusst und mit klaren Qualitätsmaßstäben aus.
Nach welchen Kriterien entscheidet ihr, mit welchen Unternehmen ihr zusammenarbeitet?
Inhaltlich liegt unser Auswahlprozess gar nicht so weit weg von unserer Investment-DNA. Zwar bewegen wir uns mit Gateway in einem deutlich breiterem Feld, aber die Entscheidungskriterien bleiben im Grunde dieselben: In erster Linie müssen wir einen klaren Hebel sehen, um echten Mehrwert zu schaffen. Wir haben den Anspruch, exzellente Ergebnisse zu liefern und schätzen eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
Wenn wir nicht davon überzeugt sind, mit unseren Ressourcen in einem Unternehmen einen signifikanten Impact erzielen zu können, setzen wir diese begrenzten Kapazitäten lieber anderweitig ein. Wir sind in der dankbaren Position, nicht jedes Mandat annehmen zu müssen und betrachten diese gezielte Auswahl als zentrales Qualitätsversprechen gegenüber unseren Partnern. Natürlich verfolgen wir ambitionierte Wachstumsziele, doch diese dürfen niemals zulasten der Ergebnisqualität gehen.
Wenn wir nicht davon überzeugt sind, mit unseren Ressourcen in einem Unternehmen einen signifikanten Impact erzielen zu können, setzen wir diese begrenzten Kapazitäten lieber anderweitig ein. Wir sind in der dankbaren Position, nicht jedes Mandat annehmen zu müssen und betrachten diese gezielte Auswahl als zentrales Qualitätsversprechen gegenüber unseren Partnern. Natürlich verfolgen wir ambitionierte Wachstumsziele, doch diese dürfen niemals zulasten der Ergebnisqualität gehen.
Ihr bündelt Gateway in drei Kernbereichen: Consulting, Marketing und Web Solutions. Wo denkst du wird hier der Schwerpunkt liegen?
Richtig. Wir haben über Jahre bewiesen, dass gerade die Kombination dieser drei Disziplinen eine enorme Hebelwirkung entfaltet. Ich persönlich sehe aktuell den größten Hebel im Bereich AI-Consulting und einzelnen AI-basierten Dienstleistungen, wie beispielsweise unsere AI Content Production, die schon heute komplette Video-&Fotoproduktionen obsolet macht. In diesem Bereich haben wir uns bereits frühzeitig als First Mover positioniert, unser Know-how konsequent vertieft und signifikante Erfolge für unsere Partner erzielt.
Du hast sowohl im Venture-Umfeld als auch davor im Dienstleistungs-Umfeld viele Unternehmen eng begleitet. Welche typischen Fehler siehst du bei Marken, die ohne externen Sparringspartner immer wieder auftreten?
Ganz allgemein formuliert würde ich sagen ist es im Startup-Bereich oft die mangelnde Fähigkeit zur Abstraktion. Eine tiefe Überzeugung vom eigenen Produkt ist essenziell, aber ohne den realistischen Blick von außen verliert man oft die Objektivität. Es fehlt stellenweise die Distanz, um das eigene Modell und die eigenen Strukturen und Arbeitsergebnisse kritisch zu hinterfragen und rechtzeitig anzupassen.
Im Corporate-Umfeld hingegen sind es meist festgefahrene Strukturen und langsame Entscheidungsprozesse. In einer extrem schnelllebigen Zeit kostet diese Trägheit massiv Potenzial - besonders wenn es um die Flexibilität im Tool-Stack oder die schnelle Adaption neuer Technologien geht.
Allerdings sehe ich diese Fehler oft auch bei Unternehmen, die bereits mit externen Partnern arbeiten. Eine externe Perspektive allein ist noch kein Garant für Erfolg. Am Ende muss neben einem starken Plan vor allem die operative Umsetzung stimmen.
Im Corporate-Umfeld hingegen sind es meist festgefahrene Strukturen und langsame Entscheidungsprozesse. In einer extrem schnelllebigen Zeit kostet diese Trägheit massiv Potenzial - besonders wenn es um die Flexibilität im Tool-Stack oder die schnelle Adaption neuer Technologien geht.
Allerdings sehe ich diese Fehler oft auch bei Unternehmen, die bereits mit externen Partnern arbeiten. Eine externe Perspektive allein ist noch kein Garant für Erfolg. Am Ende muss neben einem starken Plan vor allem die operative Umsetzung stimmen.
Zum Abschluss: Was war euer größtes Learning aus der knapp einjährigen Testphase?
Oh super Frage - aber auch keine leichte. Inhaltlich gab es natürlich einiges aber spontan würde ich sagen, dass wir uns als “die jungen Wilden aus der VC-Branche” absolut nicht vor traditionelleren Playern verstecken müssen und gerade unsere ehrliche Art und Weise bei hochkarätigen Partnern so gut angekommen ist.
Über Gateway
Gateway ist die Service Unit von PAPA OSCAR Ventures und macht unternehmerische Expertise aus über neun Jahren Venture-Capital-Geschäft für ausgewählte Unternehmen außerhalb klassischer Beteiligungsmodelle zugänglich. Gateway verbindet strategische Perspektive mit operativer Umsetzung in den Bereichen Strategieentwicklung, Marketing und Web Solutions und setzt dabei gezielt auf moderne Technologien und AI-gestützte Prozesse, um nachhaltige Skalierung zu ermöglichen.
Über PAPA OSCAR Ventures
Die PAPA OSCAR Ventures GmbH wurde 2017 gegründet und zählt heute zu den führenden Beteiligungsgesellschaften für E-Commerce- und Direct-to-Consumer-Brands in Europa. Das Unternehmen kombiniert Kapital mit umfassender operativer Unterstützung durch interne Expertenteams in den Bereichen Marketing, Vertrieb, Strategie, Produktentwicklung und IT.
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