Interview mit Flemming Pinck von Inferno Golf: „Vom Streetstyle zum Fairway - wie Inferno den Golfsport neu denkt“

Flemming Pinck ist kein gewöhnlicher Unternehmer. Mit Inferno Ragazzi hat er in den letzten Jahren eine Lifestyle-Brand aufgebaut, die weit über Mode hinausging - mit Stores auf Bali, spektakulären Weltrekordversuchen, Award-Shows und Kollaborationen mit Superstars. Nun wagt er mit Inferno Golf den nächsten Schritt und bringt das kreative Feuer einer Subkultur auf den Rasen einer der traditionsreichsten Sportarten der Welt.

Im Gespräch mit PAPA OSCAR Ventures spricht er über Wandel als Markenprinzip, die Herausforderung, eine Nische neu zu definieren, Parallelen zu Category-Challengern wie Liquid Death und darüber, warum Golf vielleicht das neue Skateboarding ist - nur mit besseren Schuhen.
Zwei Männer in Sommerkleidung stehen neben einem Golfwagen mit Golfschlägern auf einem grünen Golfplatz.
Flemming, du hast über 16 Jahre mit Inferno Ragazzi eine starke Lifestyle-Brand aufgebaut. Der Golfsport gilt traditionell als elitär und oft konservativ. Eine Beschreibung, die - mit Verlaub - nicht unsere erste Assoziation mit Inferno wäre. Warum kommt gerade jetzt der Schritt in Richtung Golf, und was reizt dich daran?
Mich reizt daran, dass man beim Golf immer noch einen sehr spießigen, elitären Sport vor Augen hat - vor allem in Deutschland! hat. Ich habe schon immer gerne Golf gespielt, aber das ganze Thema Etikette und die komischen Blicke auf der Clubhausterrasse gingen mir eher auf den Sack! Es sieht aktuell danach aus, dass die jüngere Golf-Generation Lust hat, den Sport in ein neues Licht zu rücken, und wir sehen da total viel Potenzial. Aber auch einfach, weil wir selber Bock drauf haben uns neu zu erfinden und Teil der neuen Bewegung in diesem Sport zu sein.
Siehst du denn eine allgemeine Demokratisierung des Golfsports? Und wo steht da der deutsche Markt?
Absolut. Meiner Meinung nach hinkt man hier in Deutschland etwas hinterher. Im Ausland sieht man schon viele Beispiele, wo der Sport einen ganz anderen Vibe hat! Wenn man mal nach Australien oder in die USA guckt oder sich mit dem LIV-Golf-Concept befasst, dann sieht man, was in diesem Sport schon alles möglich ist! Und es fängt gerade erst an…
Mann mit Baseballkappe und Handschuh hält Golfschläger und Golfball auf einer Golfwiese.Porträt eines Mannes auf einem Golfplatz mit weißem Cap „Wannabe Pro“ und grünem ärmellosem Pullover mit rosa Golf-Stickerei.
Egal ob Award-Shows, Weltrekordversuche oder Künstler-Collabs. Bei Inferno wurde nie in festen Kategorien gedacht. Würdest du so weit gehen und behaupten, dass Wandel ein ständiger Begleiter von dir und dementsprechend auch Teil der Inferno-DNA ist?
Ich persönlich langweile mich sehr schnell und hasse Stillstand und Wiederholungen. Ich brauche immer Bewegung und möchte - egal, was ich mache - Dinge anders denken oder zumindest versuchen, das zu tun! Das geht mir privat so, aber auch beruflich. Wir haben mit INFERNO 16 Jahre lang schon vieles angeschoben und versucht. Jetzt ist da natürlich ein richtig harter Cut von einer Party-/Skate-/Surf-Lifestyle-Brand zu Golf - heißt aber nicht, dass es nicht funktionieren kann. Im Gegenteil! Ich glaube, dass wir damit eine ganz klare Nischenzielgruppe ansprechen, und das war der große Vorteil zu unserem bisherigen Vorgehen.
Drei Männer auf einem Golfwagen fahren über einen Rasen, einer steht hinten am Wagen und winkt fröhlich.
Na dann: „Willkommen in der Nische“ - wie wird sich eure Marketingstrategie verändern, jetzt, wo ihr nur eine klare Kategorie bespielt?
Unsere Strategie ist auch irgendwo gleichzeitig unsere DNA. Wir wollen versuchen, schnell, kreativ, innovativ und vielleicht auch ein bisschen charmant provokant zu sein! Wir wollen uns Sachen trauen, die man auf dem Golfplatz vielleicht bisher noch nicht gesehen hat (außer vielleicht bei Jackass). Unser Ansatz ist, ein bisschen rebellisch zu sein, aber dennoch den Sport und die Historie dahinter maximal zu respektieren.
Verstehe! Siehst du hier Parallelen zu anderen Category-Challengern wie Liquid Death oder Graza und waren diese Brands eine Inspiration?
Vielleicht ein bisschen aber man findet auch jetzt schon Brands in der Szene, bei denen man denkt: Die machen das wirklich geil, die haben eine gute Kommunikation, Bildsprache, CI, Storytelling, wilde Kollaborationen und passende Ambassadors. Malbon vorne weg, aber auch Brands wie Macade, Bad Birdie, Bogey Boys oder Manors - da ist schon verdammt heißer Scheiß dabei! :)
Golfspieler in gestreiftem Hemd und Shorts schlägt Golfball aus einem Sandbunker.
Absolut. Wie sieht dementsprechend die Zielgruppe von Inferno Golf aus? Fokussiert ihr euch nur auf jüngere Spieler, oder sehen wir auch bald Rentner mit Titleist-Cap und Inferno-Polo?
Also grundsätzlich bin ich jemand, der niemanden ausschließen will, und darum würde ich mich auch mega freuen, wenn ein 70-jähriger Styler-Opa in einem Inferno-Golf-Zipper über den Golfplatz rennt. Aber natürlich gehen wir eher auf die jüngere, neue Generation, die den Sport gerade erfrischend neu belebt!
Was hast du beim Golfen über Business gelernt - und hast du tolle Analogien für uns, die auch ein LinkedIn-Post hätten werden können?
Hahah. Man kann vom Golf tatsächlich ziemlich viel für’s Leben ableiten - zum Beispiel: Der letzte Schlag ist scheißegal, nur der nächste zählt!

Jetzt mit unserer neuen Ausrichtung findet man grundsätzlich natürlich auch die richtigen Leute auf dem Golfplatz, mit denen man auch gemeinsame Projekte anschiebt. Trotzdem geht es auf dem Golfplatz an sich dann nicht hauptsächlich ums geschäftliche, sondern vielmehr um die Zeit zusammen und den Austausch zwischen den Schlägen und nach dem Spiel. Hinten raus gibt man sich dann noch ein High Five und sagt: “Du hast zwar scheiße gespielt, aber das nächste Projekt machen wir zusammen, weil du ein feiner Dude bist.”
Drei Golfer auf einem Golfplatz, zwei rennen neben einem Golfwagen mit Schlägern, umgeben von Bäumen.
Zum Abschluss: Wo siehst du Inferno Golf in drei bis fünf Jahren?
Wir haben wilde Pläne! Das Thema Sponsoring wird gerade immer größer und wir arbeiten gerade daran einige Player auf der Pro Tour auszustatten und wollen dort für ein bisschen Abwechslung sorgen. Da sind wir schon auf einem guten Weg und haben bereits zwei Pros in unserem Team die Gas geben. Außerdem wollen wir gerne irgendwann unseren eigenen Golfplatz bauen und weiter eine Community kreieren, die - abseits von den aktuellen Einzelsportregeln - den Golfsport zelebriert und die Gemeinschaft schätzt.
Da sind wir sehr gespannt! Vielen Dank für deine Zeit Flemming und alles Gute für dich und Inferno Golf!
Über Gateway
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Über PAPA OSCAR Ventures
Die PAPA OSCAR Ventures GmbH wurde 2017 gegründet und zählt heute zu den führenden Beteiligungsgesellschaften für E-Commerce- und Direct-to-Consumer-Brands in Europa. Das Unternehmen kombiniert Kapital mit umfassender operativer Unterstützung durch interne Expertenteams in den Bereichen Marketing, Vertrieb, Strategie, Produktentwicklung und IT.

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